Es war einmal: Das Leben als Literaturstudent

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Hallo ihr Lieben,

wer sich in seinem Studium mit Literatur und Büchern auseinandersetzen will, der hat bei uns in Deutschland die Qual der Wahl. Man kann sich auf Sprachen beschränken, den Klassiker stellt bis heute die Germanistik dar, Buchwissenschaften studieren oder Journalismus, Redaktionswesen etc.

Seit Kurzem haben wir unseren Master of Arts und möchten euch gerne mehr zu unserem Studium erzählen. Wir möchten unsere Erfahrungen insbesondere an diejenigen weitergeben, die noch vor der Wahl ihres Studiums stehen und den großen Traum des Verlagslektors hegen. Dabei werden wir gezwungener Maßen manche Träume platzen lassen, doch sollen die kommenden Beiträge euch auch unterstützen und helfen.

Aufbau des Studiums

Im Herbst 2010 begangen wir unser Bachelorstudium der „Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaften und Skandinavistik“ an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Dort haben wir uns auch kennengelernt. Genauer im Seminar „Einführung in die Komödie“. Der Bachelorstudiengang war damals noch als Einfach-Bachelor aufgebaut. Heute kann man auch einen Zweifach-Bachelor machen. Das Interessante an diesem Studiengang ist seine Vielfältigkeit. Der grundständige Studiengang bietet die Möglichkeit, seinen Schwerpunkt in verschiedenen Fachbereichen zu setzen: Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Mediävistik, Linguistik, Komparatistik (dazu später mehr) und sogar in der Skandinavistik. Soweit uns bekannt, ist diese Kombination in Deutschland einzigartig.

Das Studium ist so aufgebaut, dass in den ersten Semestern Einführungsmodule aus allen Bereichen angeboten werden. Man muss alle belegen, bis auf die Skandinavistik. Ab dem dritten Semester wählt man einen Bereich als Schwerpunkt und muss dementsprechend seine Module belegen. Dabei kommt es häufig zu Überschneidungen mit anderen Bereichen. Dies gilt besonders für die Komparatistik. Komparatistik wird im Allgemeinen mit vergleichender Literaturwissenschaft für den Laien übersetzt. Dieser Begriff greift für die Beschreibung des Fachs leider zu kurz.

Die Allrounder der Allrounder

Die Komparatistik beschränkt sich nämlich nicht auf eine bestimmte Sprache oder nur auf die Literaturwissenschaft. Die Literatur ist zwar die Basis des Studiums, doch werden sämtliche Wissenschaften miteinbezogen. Denn Untersuchungsgegenstand kann alles sein, was schriftlich verfasst wurde. Die Sprachwissenschaften und die Philosophie begegnen dabei den Studierenden am häufigsten. Doch wir kamen auch mit anderen Medien wie Fotografie, Film und Wissenschaften wie Medizin, Biologie und Jura in Kontakt. Denn aufgrund des „Vergleichens“ sind prinzipiell (es gibt Regeln, aber das würde an dieser Stelle zu lang) keine Grenzen gesetzt. Im Grunde konnten wir also überall reinschnuppern und mussten uns Fähigkeiten aus anderen Disziplinen aneignen.

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Als Literaturstudent muss man sehr viel Lesen!

Ist dieses Studium etwas für dich?

Eine eigentlich grundlegende Frage. Ein solcher Studiengang ist für niemanden etwas, der nicht weiß, was er machen will. Ziele sind das allerwichtigste in diesem Studium. Zudem sollte man ein absoluter Bücherwurm sein. Denn dieses Studium besteht hauptsächlich aus Lesen. Angeschafft haben wir über neunundsechzig Bücher; ganz zählbar sind sie nicht. Wie viele wir gelesen haben, können wir nicht sagen. Es müssen einige gewesen sein, wenn ich alleine für meine Masterarbeit dreißig Texte im Literaturverzeichnis stehen habe und dies längst nicht alle sind, die ich tatsächlich für die Arbeit las. Pro Semester kann man aber mit mindestens zwanzig Texten rechnen. Und dann gibt es noch die Hausarbeiten. Wer nicht gerne schreibt und es hasst, der wird auch hier nicht weit kommen. Wenn ihr am Anfang eures Studiums steht, fragt euch, bin ich wirklich sicher, dass ich damit auch noch in sechs Jahren leben kann? Können nicht andere Entwicklungen in meinem Leben dazu führen, dass ich andere Ansprüche an mein Arbeitsleben stelle, die dieser Beruf nicht befriedigen kann? Und bin ich der Mensch, der sich gegen Tausende durchsetzen kann? Überlegt ganz genau, denn der psychische Druck ist später groß. Lasst euch dies von zwei Menschen gesagt sein, die diese Erfahrung bereits gemacht haben. Wenn ihr mit diesem Druck nicht umgehen könnt, dann solltet ihr mehr Zeit in eure Berufswahl legen und euren Weg finden. Zu einem literaturwissenschaftlichen, sprachwissenschaftlichen oder buchwissenschaftlichen Studium gibt es viele Alternativen, die im ersten Moment weniger attraktiv erscheinen mögen, die aber dennoch spannende Berufsfelder eröffnen.

Wir sind uns uneinig, ob wir dieses Studium ohne schlechtes Gewissen weiter empfehlen können. Es war trotz allem für uns eine wundervolle Zeit und das Wissen, das wir uns aneignen konnten, wollen wir nicht missen. Unsere Einstellung könnte sich auch noch wieder ändern, sollten wir endlich den Arbeitgeber finden, der unsere erworbenen Fähigkeiten und uns als Persönlichkeit zu schätzen weiß.

Eure Twolittlebibliophiles

#FBM 16 Part 2

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Hallo ihr Lieben,

übermorgen startet die Frankfurter Buchmesse und lädt alle Besucher eine Woche dazu ein, die Leidenschaft zu Büchern und Medien zu teilen. Wer sich noch kurzfristig entschließen sollte, hinzufahren, hat an allen Messetagen die Möglichkeit sein Ticket online oder an der Kasse zu erwerben.

„#FBM 16 Part 2“ weiterlesen

Verlagsvorschau-Rowolth Frühjahr 2016

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Hallo ihr Lieben,

Weihnachten steht vor der Tür und das Weihnachtsgeschäft läuft im Buchhandel. Doch während wir alle von Tannenzweigen, Kerzen und Plätzchenduft träumen und die Abende mit einem schönen Buch genießen, laufen in den Verlagen schon die Vorbereitungen für das nächste Frühjahr.

Die ersten Vorschauen sind veröffentlicht und deshalb zeige ich heute die Neuheiten aus dem Rowolth Verlag. „Verlagsvorschau-Rowolth Frühjahr 2016“ weiterlesen