„Rotkäppchen und der Hipster-Wolf“von Nina Mackay

SONY DSCErschienen in: Drachenmondverlag, Oktober 2016
Ausführung: Taschenbuch, S. 380
ISBN: 978-3-95991- 989-0
Preis: 14,90 € [D]
Kaufen bei Buchandel.de

„Hör auf, darüber zu Bloggen!“
weise ich Cinder sofort zurecht.
„Das ist keine Geheimoperation mehr,
wenn sie auf deinem Blog zu finden ist!“

Nina Mackay ist eine gefragte Newcomerin im Jugend-Fantasy Genre. In ihren Romanen verbindet sie gegenwärtige Popkultur mit Märchen, Sagen und Legenden anderer Zeiten. So erscheint es auch nicht verwunderlich, dass sie den noch ungebrochenen Märchen-Hype aufgreift und die klassischen Figuren in hippe, schlagkräftige und selbstständige Charaktere verwandelt.

Zunächst weckte der ungewöhnliche Titel Neugier und Skepsis zugleich. Die Befürchtung bestand, dass „Rotkäppchen und der Hipster-Wolf“ zu jenen Titel der Jugend- und Fantasyliteratur zählt, die krampfhaft um eine jugendliche Sprache und Witz bemüht sind. Die ersten Seiten schienen sprachlich, in diese Richtung zu führen. Der Einstieg gestaltet sich noch etwas holprig. Rotkäppchen sitzt zusammen mit ihren Freundinnen, den Prinzessinnen des Märchenwaldes Schneewittchen, Rapunzel, Cinderella und Dornröschen gemeinsam bei Kaffee und Kuchen. Die Prinzessinnen, insbesondere Schneewittchen, sind aufgebracht. Ihre Ehemänner sind spurlos verschwunden. Das darf nicht sein, gefährdet dieser Umstand doch ihre Happy Ends! Rotkäppchen, deren Märchen kein solches Happy End mit einem Prinzen vorsieht, interessiert das herzlich wenig. Sie hat Wichtigeres zu tun. Sie muss auf die Jagd. Doch Schneewittchen lässt sie nicht eher ziehen, bis sie dem Plan der Prinzessinnen zugestimmt hat, die Prinzen selbst zu suchen.

Doch wo beginnt man eine solche Suche? Wer könnte dafür verantwortlich sein? Richtig, die bösen Hexen, Feen, Stiefmütter und natürlich Wölfe. Also ziehen die Heldinnen mit ihren Selfie-Sticks los, um die erste „Hexe“ zu befragen. Unterdessen geht Rotkäppchen ein Wolf, genauer ein Hipster-Wolf, in die Falle, den sie nach dem Plan der Prinzessinnen erst töten und dann befragen sollte. Doch der Wolf entpuppt sich als ungeahnte Hilfe bei der Suche nach den Prinzen. Danach jagt eine Abstrusität die nächste. Dabei muss auch die eine oder andere „böse“ Hexe dran glauben. Zwischenzeitlich zweifelt man am Verstand der Prinzessinnen und auch das toughe Rotkäppchen ist nicht immer die Hellste. Doch machen gerade diese charakterlichen Eigenschaften die Figuren interessant und sorgen für den speziellen, oft schwarzen Humor des Romans.

Und dann gibt es noch diese Momente, die aus dem Zircus hervor blitzen und ans Herz gehen und hoffen lassen, dass es auch für Rotkäppchen ein Happy End geben wird.

Mein Fazit:

Nina Mackay stellt mit ihrem Roman die komplette Märchenwelt und noch einige andere auf den Kopf. Nach den ersten sprachlichen Hürden, nimmt die Geschichte fahrt auf und überzeugt mit der immens kreativen Gestaltung der Charaktere. Aus diesem Grund wird der Nachfolger „Cinderella und die Erbsenphobie“ schon sehnlichst erwartet. Eine große Empfehlung für Märchenfans, die gründlich lachen wollen!

© Cover- und Zitatrechte liegen beim Drachenmondverlag

Advertisements

6 Kommentare zu „„Rotkäppchen und der Hipster-Wolf“von Nina Mackay

  1. Heeyyy 🙂
    ich muss gestehen ich habe zwar Interesse, bin aber auch etwas ängstlich was den Humor angeht. ^Also nicht das es too much wird und die Märchengestalten verloren gehen…
    Danke für deinen Tipp …alllerliebste Grüüüßßßeee ♥

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Liebes,
      nur ein Tipp: lass alle Vorstellungen von Prinzen und Prinzessinnen fahren. In dem Buch geht es gerade darum, was passiert, wenn die Happy Ends schon da sind. Und die lieben Prinzessinnen werfen alle Klischees über Bord. Und obwohl sie es echt manchmal übertreiben, findet eine Entwicklung statt. Und der Humor ist dann gar nicht mehr so aufdringlich. Da und durch die Hipster-Witze muss man nur am Anfang durch. Ich kannte die meisten noch nicht, daher fand ich die auch sehr gut, fast wie „Two Broke Girls“😅.
      Und die Typen sind auch nicht zu verachten (ich meine damit nicht die Prinzen😛).
      Viele Grüße zurück ❤️

      Gefällt 1 Person

      1. Durch eine Bedrohung in der Märchenwelt müssen die Märchenfiguren ins menschliche New York flüchten und sich dort als Menschen ausgeben. Schneewittchen ist sowas wie die Integrationsbeauftragte, leidet aber noch ein wenig unter der Trennung von Prince Charming. Der böse Wolf ist ein Privatdetektiv und natürlich passieren Mordfälle etc. in der Exil-Community. Dazu gibt es auch ein PS4 Spiel „The wolf among us“ und das hier ist die Comic-Reihe http://www.mycomics.de/comic/151-fables-legenden-im-exil.html

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s