„Smaragdgrün-Der Film“ Das große Finale der Edelstein-Trilogie Verfilmung

Smaragdgrün

Nach Rubinrot (2013) und Saphirblau (2014), den Teilen eins und zwei der Verfilmung von Kerstin Giers Trilogie rund um die Zeitreisenden Gwendolyn Shepherd und Gideon de Villiers, mussten sich die Zuschauer zwei Jahre gedulden, um den Abschluss der Filmreihe 2016 endlich im Kino sehen zu können. Hat der Film die Erwartungen erfüllt? Wie nah stehen die Verfilmungen den Romanvorlagen?

Im dritten Teil der Trilogie Verfilmung trifft der Zuschauer zu Beginn auf die an Liebeskummer leidende Gwendolyn, die am Ende des zweiten Teils vom mysteriösen Grafen erfahren hatte, dass Gideon ihr die große Liebe in seinem Auftrag nur vorgespielt habe, um sie leichter für die Zwecke der Loge kontrollieren zu können. Dank Lucy und Paul, ebenfalls Zeitreisende und ihre Eltern, ist sie selbst im Besitz des zweiten Chronografen, mit dem sie fernab der Augen ihrer Feinde, den Mitgliedern des Geheimordens, kontrolliert in der Zeit reisen kann. Gideon, der Gwendolyn zu ihrem eigenen Schutz seine wahren Gefühle verheimlicht, hat im vorherigen Teil die Memoaren des Grafen von Saint Germain durch Paul erhalten und geht derweil der Frage nach, was dieser eigentlich wirklich im Schilde führt und welche Rolle Gwendolyn und ihre Fähigkeiten dabei spielen. So kompliziert es zwischen ihnen auch ist, müssen sie gemeinsam, ihr eigenes Leben riskierend, den Grafen überlisten, um die Welt vor dessen Plänen und bösen Machenschaften zu retten.

Als Liebhaber und Leser der Roman Trilogie von Kerstin Gier, fällt es nicht immer leicht sich die Verfilmungen anzusehen. Schon in der ersten Verfilmung wird Gwendolyns Unsterblichkeit, durch die Szene in der sie vom Dach fällt und kurz darauf unversehrt aufwacht, verraten. Im dritten Roman erfährt der Leser hiervon in einem völlig anderen Kontext. Der zweite Teil der Verfilmung nimmt die Tatsache vorweg, dass es sich bei Lucy und Paul um Gwendolyns Eltern handelt. In beiden Fällen fällt so der in den Romanen gut entwickelte Spannungsbogen weg. Die Abweichungen innerhalb der ersten beiden Filme lassen sich darüber hinaus aber noch gut verkraften, da die Rahmenhandlung weitestgehend beibehalten wird.

Anders verhält es sich mit dem dritten Teil der Filmreihe, der sehr stark von der Romanvorlage abweicht, sodass der Leser verzweifelt nach der ihm bekannten und lieb gewonnenen Handlung sucht. Der Film beginnt mit einer Szene in der Gwendolyn gemeinsam mit Lucy, völlig unabhängig von der restlichen Handlung, in der Zeit zurückreist und den lebenden James Pimplebottom (Gwendolyns Schulhausgeist) gegen seinen Willen impft, um ihm so das Leben zu retten. Die Leser können sich gut an diese Szene im letzten Teil des dritten Romans erinnern, die sehr wohl in einem Kontext steht und sich anders abgespielt hat. Im weiteren Verlauf des Filmes stellt sich zwar heraus, dass die Szene im Film ihren Sinn hat, doch weicht sie stark von der Vorlage ab.

Streng genommen weicht die Verfilmung bis auf die Tatsache, dass es sich bei den Protagonisten um die zeitreisenden Charaktere aus Kerstin Giers Romanreihe handelt, fast komplett ab. Die in den Romanen sehnlichst erwartete „Es grünt so grün“-Party findet im Film zwar statt, doch unterscheidet sich deren Verlauf, bis auf Charlottes kurze Gesangseinlage, von der originalen Handlung und enttäuscht somit. Auch die Änderung des finalen Schauplatzes ist etwas fragwürdig. Es handelt sich zwar um das Anwesen der Familie Pimplebottom, doch wird im Film mehrfach die Tatsache betont, dass der Kampf am Tag der „Bonfire Night“ stattfinden wird. Etwas lächerlich erscheint zudem, der im Film neu gesponnene Handlungsstrang rund um das Cottage von Lucy und Paul. Die Krav Maga Trainingsszenen Gwendolyns und Pauls lassen einen als Zuschauer etwas beschämt lächeln, da diese nichts mit der ursprünglichen Handlung gemein haben.

Die besagte finale Kampfszene mit dem Grafen und was darauf folgt, ist für die Romanliebhaber das vielleicht Enttäuschendste an der dritten Verfilmung. Der kurzweilige Tod Gideons und Gwendolyns Fähigkeit plötzlich problemlos ohne den Chronografen, wie es ihr beliebt, durch die Zeit zu reisen, sind zwei Neuerungen, die dazu führen, dass sich der belesene Zuschauer die Fragen stellt: wozu das Ganze? Wieso nicht das im Roman beschriebene Ende? Dieselbe Frage stellt sich in der allerletzten Filmszene, die wie das zuvor Beschriebene von der Originalhandlung abweicht.

Fazit:
Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass der dritte Teil der Verfilmung leider enttäuscht hat. Dies liegt nicht an der Schauspielkunst der Protagonisten. Die äußerlichen Abweichungen zur Romanvorlage sind minimal, die Schauspieler sind für die einzelnen Rollen gut gewählt und man nimmt ihnen ihre Rollen ab. Die Enttäuschung entsteht durch die massiven Abweichungen in der Handlung des dritten Filmes. Während diese in den ersten beiden Teilen seitens der Romanliebhaber zu verschmerzen waren, gelingt es beim Sehen des dritten Teils nur sehr schwer. Die Filmreihe an sich ist in sich schlüssig und lässt sich sogar empfehlen. Jedoch keinem Leser der Romanreihe nach Kerstin Gier, der die Handlung der Bücher lieb gewonnen hat und erwartet, diese auf der Leinwand eins zu eins wiedergegeben sehen zu können.

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