„Es muss wohl an dir liegen“ von Mhairi McFarlane

Es muss wohl an dir liegen bearbeitetErschienen in: Knaur TB, Februar 2016
Originaltitel (Englisch): It´s Not Me It´s You
Ausführung: Taschenbuch, 512 S.
ISBN: 978-3-426-51795-6
Preis: 10,99 € [D]
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Da nimmt man all seinen Mut zusammen, stellt seinem Freund nach 10 Jahren Beziehung die eine große Frage und muss kurz darauf erfahren, dass er einen die letzten Monate hinterrücks betrogen hat? Genau das passiert Delia. Nachdem sie ihrer großen Liebe Paul einen Heiratsantrag gemacht hat, erfährt sie zufällig durch eine an sie versandte SMS von Paul, die eigentlich an die Affäre gehen sollte, dass er sie seit längerem betrügt und belügt. Kurzerhand packt Delia ihre Sachen, kündigt ihren ungeliebten PR Job in der Stadtverwaltung und zieht zu ihrer besten Freundin Emma nach London. Alles auf Anfang – kein Mann, kein Job. Aber was nun?

„Es muss wohl an dir liegen“ ist Mhairi McFarlanes dritter Roman. Mit ihren beiden Vorgängerwerken „Wir in drei Worten“(2013) und „Vielleicht mag ich dich morgen“ (2015) hat sie bereits viele Leser mit ihrem Schreibstil und ihrem Humor in ihren Bann ziehen können. Bei „Es muss wohl an dir liegen“ handelt es sich ebenfalls wieder um eine Romantic-Comedy. Doch geht es in diesem Roman nicht nur darum die große Liebe zu finden oder wieder zugewinnen. Nein es geht um mehr – sich selbst zu finden und an die eigenen Wünsche und Träume zu denken.

In London angekommen ergattert Delia einen Job in der etwas unkonventionellen PR Agentur von Kurt Spicer. Dieser nimmt es mit der Wahrheit, wenn es um den Erfolg seiner Arbeit geht, nicht ganz so genau. Dass diese Arbeitsweise zum Problem werden kann, merkt Delia spätestens, als sie auf den attraktiven und auf den ersten Blick etwas überheblich wirkenden Enthüllungsjournalisten Adam West trifft, der Kurt und seinen Machenschaften auf den Fersen ist. Durch ein Missgeschick sieht sich Delia gezwungen Adam helfen zu müssen, da sie ansonsten ihren neuen Job verlieren könnte. Delia sitzt in der Zwickmühle. Und wäre das nicht schon aufreibend genug, startet Paul immer wieder den Versuch sie für sich zurückzugewinnen. Allmählich muss sich Delia die Fragen stellen: Wer bin ich? Wer möchte ich sein? Und was will ich vom Leben?

Die 33-jährige Protagonistin Delia, rothaarig und kurvig, ist jemand, den man als Leser schnell ins Herz schließt. Zu Beginn des Romans wirkt sie etwas unbeholfen. Sie hatte ihr gesamtes Leben auf Paul und sein Wohlergehen ausgerichtet, auch wenn das bedeutet, mal über Dinge, die ihr persönlich nicht zusagten, hinwegzusehen. So auch die Tatsache, dass ihre Beziehung etwas zu sehr dem Alltagstrott verfallen war. Pauls Betrug ließ Delia aus dieser perfekten Scheinwelt aufschrecken, sodass ihr bewusst wurde, dass sie sich mit dem Einfachsten und Bequemsten zufriedengab und sich dadurch bisher nicht getraut hatte ihre Träume zu leben. In London beginnt ihre Entwicklung zu einer mutigen, selbstbewussten Frau, die sich endlich traut über ihren Schatten zu springen und etwas zu riskieren, um ihr persönliches Glück im Leben zu finden.

Hierbei stellt ihr die Autorin eine Reihe von vielschichtigen, ausgefeilten Charakteren an die Seite, die Delia auf dem Weg zu sich selbst, mal mehr mal weniger, eine Hilfe sind. Da wäre zum einen ihre beste Freundin Emma. Sie ist eine erfolgreiche, arbeitstüchtige, taffe Anwältin, die Delia eine empfindsame Freundin ist und ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Der etwas soziophobe Joe, alias Peshwari Naan, aus der Stadtverwaltung unterstützt Delia nicht nur wenn es um technische IT-Angelegenheiten geht, sondern ermutigt sie (wie ihr Comuterspiel verrückte Bruder Ralph) dazu, an ihre zeichnerischen Fähigkeiten und ihren selbstgezeichneten Comic rund um „Fantastic Fox“ zu glauben. Neben anderen positiven Charakteren, wie Delias Arbeitskollegin Steph, gibt es natürlich auch die „Bösewichte“. Diese findet man in Delias Vorgesetzten. Doch während Roger nach der Lektüre einfach nur leicht zickig in Erinnerung bleibt, setzt sich Kurt mit seinem widerlichen, unberechenbaren und skrupellosen Verhalten als großer Roman Fiesling fest. Doch bei allen Charakteren dieses Romans lässt sich keiner in schwarz oder weiß unterteilen. Jeder hat seine starken und schwachen Charaktermomente.

So auch die beiden männlichen Charaktere Paul und Adam. Beide haben ihre positiven und negativen Seiten, sodass man sich im Verlauf der Lektüre nicht so leicht auf eine Seite schlagen kann. Trotz seines Betrugs an Delia konnte man Paul als Leser, ebenso wie Delia, nicht komplett verteufeln, da er an sich kein schlechter Mensch ist und Delia in der Vergangenheit ein guter Partner war. Die Figur Adam West ließ sich nicht gleich einschätzen und man lernte ihn als Leser zusammen mit der Protagonistin Delia immer besser kennen.

Mhairi McFarlanes Schreibstil zeichnet sich durch seine lebhafte, witzige und unterhaltsame Art aus. Es gibt Passagen während derer man sich ein Lachen, wie auch mal ein paar Tränchen, nicht verkneifen kann. Besonders die Dialoge sind gelungen und erscheinen wie aus dem wahren Leben gegriffen. Die Seiten mit Comic-Panals aus „Fantastic Fox“ im Roman runden den schlüssigen, gelungenen Inhalt des Romans ab.

Mein Fazit:
Mhairi McFarlane ist mit „Es muss wohl an dir liegen“ eine wundervolle, unterhaltsame Romantic-Comedy gelungen. Während der Lektüre konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, da mich die Frage „Wie geht es weiter?“ immer wieder gequält hat. Besonders Delias Entwicklung vom etwas unsicheren Frauchen zur selbstbewussten Frau, die weiß was sie persönlich will, hat mir sehr gefallen. Die unterschiedlichen, ausgereiften Nebencharaktere haben das Lesevergnügen ebenso bereichert. Der Roman ist keine hohe Literatur, dennoch lässt er den Leser während der Lektüre so manches Mal über das eigene Leben und die Entscheidungen, die man für sich trifft, nachdenken.

© Cover- und Zitatrechte liegen bei Knaur TB

 

 

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