„Das Juwel – Die Gabe“ von Amy Ewing

Erschienen in: FJB Fischer, 20. August 2015
Originaltitel (Englisch): The Jewel
Broschur: Hardcover mit Schutzumschlag, S. 488
ISBN: 978-3-8414-2104-3
Preis: 16,99 € [D]
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„Ich will nicht“, sage ich. „Ich will nicht zur Auktion.“
„Natürlich nicht“, antwortet Raven. „Du bist ja nicht verrückt, so wie Lily.“


Das Juwel: Der Ort an dem sich alle Wünsche erfüllen können. Doch der Preis ist hoch.
Wie hoch, erfährt Violet erst, als sie in diese Welt der Schlösser und des Überflusses eintritt.

Violet steht kurz davor zur Auktion zu gehen. Dort werden die Surrogates von den adligen Damen aus dem Juwel ersteigert. Als Surrogate soll Violet der Herzogin vom See eine Tochter gebären. Doch Schritt für Schritt erfährt Violet, was es wirklich mit ihrer Kraft auf sich hat und welchen Preis sie dafür zahlen muss. Hinter den Mauern der Paläste lauern Intrigen und Gewalt. Doch es bietet sich die Möglichkeit zur Flucht. Als sie schließlich dem Gefährten Ash begegnet, setzt sie alles aufs Spiel.

Der Erstlingsroman von Amy Ewing besticht als erstes durch sein wunderschönes detailverliebtes Design. Die Abbildungen auf dem Cover wirken fast plastisch, teils hervorgerufen durch die dezente Verwendung von Glitzer in den Haaren und im Kleid des Mädchens. Auch das Innere ist liebevoll gestaltet. Im vorderen Teil befinden sich eine hübsche Karte der Ewigen Stadt und die Legende über ihre Entstehung. In der Karte sind klein Informationen über die einzelnen Stadtteile eingefügt. Im hinteren Teil des Buches finden sich eine Aufstellung der Figuren und eine Karte zum Juwel mit Informationen über die wichtigsten Adelshäuser.

Violets Geschichte mutet zunächst wie viele andere Dystopien der vergangen Zeit an. Allerdings liegt der Unterschied in der Wahl des Themas. Das Thema der erzwungenen Leihmutterschaft hebt sich deutlich von den anderen Büchern ab, ist jedoch auch befremdlich. Auch wenn Violet der Leihmutterschaft zunächst noch entgehen kann, wird der Leser bereits früh mit den ersten Schwangerschaften konfrontiert. Zusammen mit Violets Abneigung zu dieser Vorgehensweise verstärkt sich das Unbehagen beim Leser. Dennoch ist dieses Thema interessant, da es sehr gut zur Dystopie passt. In einer abgeschlossenen Gesellschaft, in der die Adeligen nicht mit den niedrigeren Bevölkerungsschichten verkehren, ist das Problem des Inzests nicht zu vermeiden. Nur die Leihmütter mit ihren Fähigkeiten können gesunde Kinder hervorbringen. Der Horror dieses Prinzips entsteht in der völligen Entmündigung der Surrogates.

Trotz des bestechenden Themas verliert der Roman an Kraft durch seine Sprache und Erzählweise. Die Ereignisse werden aus Violets Sicht präsentiert. Die Übergänge zu den einzelnen Szenen wirken abgehakt und an vielen Stellen überhastet. Besonders das Ende hätte die Geschichte einen flüssigeren Schreibstil benötigt. Auch die Wortwahl wirkt platt und die Sätze einfach.

Auch der Charakter Violets zeigt sich im ersten Band als einfach. Sie ist naiv und kann nicht ganz überzeugen. Zudem ist Ash der klassische Romanheld, der für die Protagonistin tabu ist und sich dennoch nicht von ihr fernhält. Am interessantesten sind tatsächlich die Herzogin vom See, mit ihrem Wunsch nach einem Kind und Macht und ihrer versteckten Fürsorglichkeit und ihren Prinzipien. Zusammen mit dem Arzt bildet sie einen fast schauerlichen Gegenpart. Auch Lucien und Garnet, der Sohn der Herzogin erscheinen vielversprechend. Im ersten Teil erfährt der Leser nicht viel über diese beiden Charaktere, was auf ein paar spannende Geheimnisse hoffen lässt.

Mein Fazit:

Der Roman ließ sich schnell durchlesen, durch seine recht einfache Sprache. Die abgehakten Szenen waren etwas störend. Es hat durchaus Spaß gemacht das Buch zu lesen, auch wenn das Thema der Leihmutterschaft etwas befremdlich war. Für mich war der Roman allerdings keiner jener Bücher, die einen vollkommen zu fesseln vermögen und auch später noch beschäftigen. Dieses Buch ist ideal für alle, die sich vor allem an dem Cover und der Gestaltung erfreuen und einfach einen Fantasy/Dystopie-Roman lesen wollen, der von Palästen und Intrigen handelt. Auch für diejenigen, die nach Selection weiter in einer solchen Welt schwelgen wollen.

© Cover- und Zitatrechte liegen bei FJB

 

 

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