„Wer Schatten küsst“ von Marc Levy

Wer schatten küsst FotoErschienen in: Blanvalet Verlag, Januar 2014
Originaltitel (Französisch): Le voleur d´ombres
Ausführung: Broschiert, 256 Seiten
ISBN: 978-3-442-38026-8
Preis: 8,99€ [D]
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Wie hatte all diese Liebe einfach verschwinden können? Und vor allem wohin? Vielleicht verhielt es sich mit der Liebe wie mit den Schatten, jemand tritt drauf und nimmt sie mit. Vielleicht ist zu viel Licht gefährlich für die Liebe, oder aber das Gegenteil ist der Fall, und die Liebe verblasst, wenn sie nicht genügend Licht bekommt, bis ihr Schatten ganz verschwunden ist. (Wer Schatten küsst)

Er selbst hat es nicht leicht. Seine Eltern haben sich getrennt und sein Vater wohnt nun mit seiner neuen Frau zusammen. Als wäre das noch nicht genug, geht er nach den Ferien auf eine neue Schule und muss sich dort neu einleben, was ihm sein Mitschüler, der Rüppel Marques, nicht immer leicht macht. Etwa zur selben Zeit stellt der kleine Junge fest, dass er eine besondere Gabe besitzt. Er kann sich die Schatten seiner Mitmenschen aneignen und so Einblick in ihre tiefsten Träume, Wünsche und Ängste erhalten. Oftmals sprechen die Schatten zu ihm und bitten ihn darum ihren Besitzern zu etwas Glück zu verhelfen. Jahre später studiert der Junge, nun ein junger Mann, Medizin und wohnt in der Großstadt. Seine Gabe und die Geschehnisse seiner Kindheit hat er hinter sich gelassen, doch lässt ihn eine Situation sich an seine Gabe erinnern und seine Erinnerungen, beispielsweise an jenen bedeutungsvollen Sommer am Meer mit seiner ersten großen Liebe Clea, leben wieder auf.

Der französische Autor Marc Levy  ist so manchem vielleicht durch seinen ersten Roman „Solange du da bist“ (franz. Et si c´était vrai…), der 2005 frei verfilmt wurde mit Reese Witherspoon und Mark Ruffalo in den Hauptrollen, ein Begriff. In seinen Romanen, wie auch diesem, schafft er es mit seiner schlichten, poetischen Sprache und seinen Geschichten den Leser zu fesseln.

Der Roman ist in zwei Teile unterteilt. Der erste handelt von der Kindheit und Schulzeit des Protagonisten, einbegriffen seine Schwärmerei für Elisabeth, den damit verbundenen Rivalitäten mit Marques, seine Freundschaft zum Hausmeister der Schule und Bäckersohn Luc und seine Zeit am Meer mit seiner ersten Liebe Clea. Im zweiten Teil ist der Protagonist schon zu einem jungen Mann herangewachsen, der in der Großstadt Medizin studiert. Außerdem handelt dieser Teil handelt von seinen Beziehungen zu seiner Studienfreundin, seinem Schulfreund Luc, seiner Mutter und Clea.

Die Besonderheiten dieses Romans liegen darin begründet, dass er einen sehr simplen, unkomplizierten Sprachstil ohne große Übertreibungen besitzt, und zugleich sehr nachdenkliche, tiefgründige Gedanken beschreibt.

„Aber weißt du, mit der Zeit kommen manche Dinge wieder ins Lot.“ (S. 26)

„Das Blatt, wie es heißt, kann sich unglaublich schnell wenden. Alles geht schlecht, und plötzlich verändert ein unvorhersehbares Ereignis den Lauf der Dinge.“ (S. 92)

„Die Jahre vergehen scheinbar. Die einfachsten Momente bleiben für immer in unserem Gedächtnis verankert.“ (S. 141)

Der gesamte Roman wird aus der Ich-Perspektive des Protagonisten erzählt. Vielen Lesern wird es genauso gegangen sein: Erst zum Ende der Lektüre fällt einem auf, das der Protagonist nicht einmal mit Namen genannt wurde – und dieser ist auch völlig überflüssig. Levy schafft es mit seiner besonderen Art zu schreiben, dass der Leser sich auch ohne sehr gut in den Jungen/jungen Mann hineinversetzen und ihn bei seinem Leben ein Stück begleiten kann. Die Thematik der Schatten kann auf viele Weisen gedeutet werden. Auf der einen Seite vielleicht als eine Art Metapher die für das starke, empfindsame Einfühlungsvermögen des Protagonisten gegenüber Menschen stehen kann oder aber als wirkliche magische Gabe, die den Roman zu einer Art modernem Märchen macht.

Fazit:
Abschließend lässt sich sagen, dass der Roman auf jeden Fall zur Lektüre zu empfehlen ist. Während des Lesens beginnt man sich bei so manchem Satz Gedanken über sein eigenes Leben zu machen. Manchmal lacht man, manchmal verdrückt man auch eine Träne. So oder so berührt er den Leser und lässt ihn auch nach der Lektüre nicht gleich los. Die Handlung des Romans ist zugleich einfach wie auch vielschichtig, was ihn zu etwas besonderem macht und so jedem Leser zu empfehlen ist, der für ein paar Stunden dem Stress des Alltags entfliehen möchte, um etwas Zeit für sich selbst zu haben.

© Cover- und Zitatrechte liegen bei Blanvalet

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