„The Heir“ von Kiera Cass

The Heir gutErschienen in: HarperTeen bei Harper Collins Publishers, Mai 2015
Ausführung: Hardcover, 368 Seiten
ISBN: 978-0-06-234985-9
Preis: 18,99 [USD]
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In Illéa sind nach den Geschehnissen in „The One“  zwanzig Jahre ins Land gegangen und das Acht–Nummern Kastensystem existiert nicht mehr. Offiziell jedenfalls, denn immer noch sind die damit verbundenen Vorurteile und Spannungen zu spüren, die in Krawallen enden. Mit diesen und anderen Problemen hat die Kronprinzessin Eadlyn in „The Heir“ zu kämpfen.

„It was strange. Basically, every boy downstairs was an option, if I really had to choose one. And each of them could easily hurl my world into a new trajectory. I didn´t like that. I wanted to be in charge of my path. I wondered if that was the reason for putting a fence around myself, if it was the worry that anyone who crossed it would take away my control. But maybe that control was an illusion. Even if I passed on all the Selected boys, would someone eventually come along and make me not even care about control? Would he cause me to hand it over willingly?“ ( The Heir, S. 218)

Die Autorin Kiera Cass ist durch ihre „Selection–Reihe“ weltweit zu großer Bekanntheit gelangt. Gespannt haben die Leser verfolgt, wie sich die Beziehung zwischen America Singer, einer Musikerin der Kaste Fünf, und dem Kronprinzen Maxon Schreave entwickelt und wie sie die politischen und privaten Hürden gemeinsam überwinden. In „The Heir“ steht nun ihre Tochter im Fokus.

Eadlyn Schreave, die erste künftige Königin von Illéa, steht vor einer lebensverändernden Entscheidung: Lässt sie sich auf eine „Selection“, der Suche nach einem Ehemann aus 35 ausgewählten jungen Männern aus Illéa, ein nur um den politischen Unruhen entgegenzutreten und ihrer Verantwortung als Kronprinzessin nachzukommen? Nach einem Gespräch mit ihren Eltern, America und Maxon, lässt sie sich unter der Bedingung, maximal drei Monate lang diese Scharade dem Volk möglichst realistisch und echt vorzuspielen, ein. Doch schnell merkt sie, dass die jungen Männer und die Probleme außerhalb des Palastes realer sind als sie bisher angenommen hatte.

Die Protagonistin dieses Romans ist mit ihrer anfangs oft trotzigen, leicht egozentrischen Art erfrischend. Eadlyn ist eine Prinzessin, die den Luxus ihrer Position zu genießen weiß, aber auch den Druck und die damit verbundene Verantwortung unaufhörlich spürt. Zu Beginn der Lektüre fällt es manchmal etwas schwer, sie mit ihrer oft schnippischen Art zu mögen und die Motive ihres Handelns nachvollziehen zu können, beispielsweise, als sie aus einer Laune heraus, elf der jungen Männer vor laufenden Kameras nach Hause schickt. Während des weiteren Lesens wird aber schnell klar, dass sich Eadlyn erst durch die „Selection“ mit sich selbst (zugleich Kronprinzessin mit Pflichten und eigenständige junge Frau mit persönlichen Wünschen, die keinerlei soziale Kontakte außerhalb des Palastlebens hat) und ihren Aufgaben auseinandersetzt. Sie macht eine charakterliche Entwicklung durch, die auch den weiteren Verlauf der ihrerseits vorgespielten „Selection“ beeinflusst.

Der Roman ist aus der Perspektive der Protagonistin geschrieben, was wie schon in den drei Vorgängerromanen zur Folge hat, dass sich ihre Entwicklung und Gedanken besser nachvollziehen lassen. Den flüssigen, gut verständlichen Schreibstil hat Kiera Cass auch in diesem Roman beibehalten und den Roman in Englischer Originalfassung zu lesen stellt kein Problem dar. Eine Besonderheit des Romans ist, dass die Leser viele Charaktere der „Selection–Reihe“ (z.B. Aspen, May oder Marlee) in ihm finden werden und zum Teil erfahren was in den letzten zwanzig Jahren aus ihnen geworden ist. Aber auch die neuen Charaktere schließt man schnell ins Herz, seien es Eadlyns Brüder oder die Teilnehmer der „Selection“.

Fazit:
Dystopie–Liebhaber sind bei diesem Roman an der falschen Adresse. Die gesell- schaftlichen und politischen Verhältnisse werden zwar angedeutet, sind aber im Gegensatz zu den Vorgänger-Romanen weniger präsent, was sich möglicherweise im kommenden, zweiten Roman ändern wird. Der Fokus in „The Heir“ liegt mehr auf der Protagonistin Eadlyn und ihrer „Selection“. Die Handlung beginnt zwar etwas träge, nimmt im Verlauf des Romans aber an Fahrt auf. Der Roman ist lesenswert und sowohl für begeisterte „Selection“ Leser, als auch für Leser, die ein leichtes Buch für zwischendurch suchen, zu empfehlen. Die hier vorgestellte englische Originalfassung ist leicht verständlich und der Cliffhanger am Ende des Romans lässt sehnsüchtig auf die Fortsetzung warten.

Die deutsche Fassung von „The Heir“ erscheint am 23. Juli 2015 als Hardcover unter dem Titel „Selection – Die Kronprinzessin“ bei FISCHER Sauerländer.

© Cover- und Zitatrechte liegen bei Harper Collins Publischers

 

 

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