„30 Tage und ein Ganzes Leben“ von Ashley Ream

Preis: 12,99 € [D]
Erschienen in: btb Verlag, Mai 2015
Originaltitel (Englisch): Losing Clementine
Ausführung: Taschenbuch, S. 416
ISBN: 978-3-442-74611-8
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„Ich warf die Teekanne aus dem Fenster. Sie donnerte drei Etagen nach unten und zerbrach in unzählige weiße Porzellanscherben direkt hinter Mrs Epstein, die ich ohnehin nie wirklich leiden konnte.“ (S. 5)

Clementine hat genug vom Leben! Sie will endlich die Kontrolle übernehmen und sich nicht mehr an das halten, was andere ihr sagen. Dazu erstellt sie einen Dreißig-Tage-Plan, der nur die Dinge umfasst, die ihr guttun. Dazu gehört auch ihre Teekanne aus dem Fenster zu schmeißen, denn sie hasst Tee, ein neues Zuhause für ihren Kater zu finden und eine möglichst angenehme Methode zum Sterben zu finden. Doch das Leben verläuft nicht immer nach Plan.

Bevor Ashley Ream dazu überging Romane zu schreiben arbeitete sie für verschiedene Zei-tungen in Amerika. Ihr Debütroman stand auf der Shortlist des Balcones-Fiction-Preises und wurde in mehreren Zeitungen präsentiert.

Mit Clementine hat Ashley Ream eine scharfzüngige, lustige und unglaublich sympathische Selbstmörderin geschaffen. Clementine ist eine bekannte Malerin, die gut von ihrer Malerei leben, eine Assistentin und einen Seelenklempner bezahlen kann. Doch sie ist Manisch-depressiv. Die Medikamente unterdrücken ihre Kreativität und lassen sie regelmäßig in ein bodenloses Loch fallen. Dann schafft sie es tagelang nicht aus ihrem Bett. Doch einfach absetzen kann sie ihre Medikamente nicht, denn sie weiß, dass sie sonst zu einer Gefahr für ihre Mitmenschen wird. Deshalb beschließt sie, sich in genau dreißig Tagen umzubringen und diese Zeit zu genießen. Trotz dieses eher düsteren Themas, ist Clementine ein fröhlicher, oft sarkastischer Charakter, die genau weiß, was sie will und bereit ist die irrwitzigsten Dinge zu tun, um an ihr Ziel zu gelangen.

„Denn gerade ging ich ganz darin auf, ausschließlich Dinge zu tun, die mir guttaten. Erst an diesem Nachmittag hatte ich meinen Seelenklempner gefeuert. Wenn man sich wirklich und wahrhaftig dazu entschieden hatte, seinem Leben ein Ende zu setzen, wozu brauchte man dann noch einen Seelenklempner?“ (S.5)

Eine wunderbare Nebenfigur ist ihr Kater Chuckles, der sehr an die Katze aus „Breakfast at Tiffany’s“ erinnert und einem schnell mit seinen ganz eigenen Schrullen ans Herz wächst.

Gegliedert ist der Text in die verbleibenden Tage bis zum geplanten Selbstmord. Die Ge-schichte besitzt viel Humor, lässt jedoch die geforderte Ernsthaftigkeit für dieses Thema nicht vermissen. So wechseln sich kreative witzige Moment, in denen Clementine ihrer Galeristin auf die Nerven geht, mit ernsthaften Augenblicken, in denen die Folgen von Clementines De-pression deutlich werden. Immer wieder treten kleinere überraschende Momente auf, bis Ashley Ream zum Ende eine interessante Wendung vollzieht, die schließlich den ganzen Ausgang von Clementines Geschichte offen lässt.

Mein Fazit: Dieser Roman war trotz des ernsten Themas ein unglaublich unterhaltsames Leseerlebnis mit einem tollen, etwas offenen Ende. Clementine habe ich sofort ins Herz ge-schlossen und immer wieder über ihre Sprüche gelacht. Das Ende fand ich unglaublich süß.
Ich empfehle diesen Roman all jenen, die gerne einen etwas weniger ernsten Roman lesen wollen und dennoch Geschichten, wie „Das Schicksal ist ein Mieser Verräter“ oder „Ein Ganzes Halbes Jahr“ lieben. Der Roman motiviert die Dinge nicht immer ganz so ernst zu nehmen und mehr für sich selbst zu tun.

© Cover- und Zitatrechte liegen bei btb Verlag

 

 

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