„Wer ja sagt, muss sich wirklich trauen“ von Susan Elizabeth Phillips

Erschienen in : Blanvalet Verlag Januar 201511350359_960620540626915_751458792_n
Originaltitel (Englisch): The Great Escape
Ausführung: Taschenbuch, 512 Seiten
ISBN: 978-3-442-38105-0
Preis: 9,99€ [D]
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„Ein Schreck fuhr ihr in die Glieder, schoss durch ihre Adern in die Kapillargefäße, durchdrang Haut und Muskeln bis auf die Knochen. Sie fröstelte, nicht vor Kälte, sondern weil sie wusste, dass sie darauf brannte, auf das Motorrad zu steigen, mehr als alles andere, das sie sich seit langem gewünscht hatte. Einfach aufzusitzen und vor den Folgen dessen zu fliehen, was sie angerichtet hatte.“ (Wer Ja sagt, muss sich wirklich trauen, S.20)

Lucy Jorik steht vor der Entscheidung ihres Lebens: Heiratet sie, die Tochter der ehemaligen Präsidentin der USA, Ted Beaudine Wynettes Liebling oder handelt sie einmal nicht nach den an sie gestellten Erwartungen und findet heraus wer sie ist und was sie eigentlich vom Leben will?

Nach einem Gespräch mit ihrer Freundin Meg Koranda am Vorabend ihrer Hochzeit, entschließt sich Lucy kurz vor ihrer Trauung einer unglücklichen Ehe und dem Medienrummel zu entfliehen und findet sich kurze Zeit später im Messdienerkleidchen auf dem Rücksitz eines Motorrads wieder. Mit dem Biker Panda, der, wie sich später heraustellt, von Lucys Eltern für die Hochzeit als Bodyguard engagiert wurde, verbringt sie zwei Wochen in denen dieser versucht Lucy durch sein unangebrachtes forsches Auftreten zur Heimreise zu bewegen. Nachdem es ihm nicht gelingt, setzt er sie am Flughafen ab, ohne zu ahnen, dass er sie kurze Zeit später auf seinem Grundstück auf einer Insel wiedersehen und sich mit ihr noch so einige Wortgefechte liefern wird.

Susan Elizabeth Phillips ist mit ihren humorvollen romantischen Romanen aus der „Chicago-Stars-Reihe“ oder der „Wynette-Texas-Reihe“ sicherlich vielen schon bekannt. Auch dieser Roman gehört zur „Wynette-Texas-Reihe“ wie die Romane „Wer will schon einen Traummann“ (2001), „Kein Mann für eine Nacht“ (2008), „Aus versehen verliebt“ (2009) und „Der schönste Fehler meines Lebens“ (2011). Sicherlich haben sich viele Leser nach der Lektüre von „Der schönste Fehler meines Lebens“, der die Liebesgeschichte zwischen Ted und Meg nach Lucys Flucht thematisiert, gefragt was eigentlich aus Lucy geworden ist. Mit diesem Roman liefert die Autorin endlich Antworten.

Lucy Jorik erscheint mit ihren 31 Jahren  in manchen Situationen etwas pubertär, was sehr zum Unterhaltungswert des Romans beiträgt. Lucy, die ihre ersten Lebensjahren mit ihrer jüngeren Schwester in einfachen, problematischen Verhältnissen verbrachte, hatte das Glück auf Cornelia Case und Mat Jorik ( Protagonisten des Romans „Wer will schon einen Traummann“) zu treffen, die sie beide adoptierten und  ihnen fortan ein Leben voller Unterstützung und Möglichkeiten boten. Ihren Eltern dafür dankbar, handelte Lucy bis zu ihrer Flucht vor der Hochzeit immer nach den an sie gesetzten Erwartungen und stellte ihre persönlichen Wünsche immer zurück. Endlich frei, beginnt sie herauszufinden wer sie ist und wer sie sein möchte, auch wenn es heißt sich dafür mal vom blonden braven Vorzeigepüppchen zur sexy Gothic Braut „Viper“ mit schwarz gefärbten Rastazöpfen und aufgeklebten Tattoos zu verwandeln.

Inhaltlich lassen sich im Roman drei Erzählstränge finden, die zusammenspielen. Die zentrale Handlung thematisiert die Beziehung zwischen Lucy und Panda. Diese ist stark von den unzähligen Wortduellen zwischen den beiden geprägt, die den Leser während der Lektüre jedes mal schmunzeln lassen. Neben diesem Erzählstrang lassen sich zwei weitere finden. Zum einen die Geschichte um den Waisenjungen Toby, der von seiner Großmutter bis zu deren Tod erzogen wurde und nun mit seinem Vormund Bree, der besten Freundin seiner Mutter aus Kindertagen, lebt. Zum anderen die Geschichte um Temple, Moderatorin einer erfolgreichen Reality-Abspeck-Show, die sich erhofft mit Pandas Hilfe zu ihrer früheren körperlichen Bestform zu gelangen und sich den Ängsten im Zusammenhang mit ihrem Liebesleben stellen muss. Die Erzählperspektive während des Romans wechselt immer wieder zwischen Lucy, Panda, Bree und den anderen, was dem Leser die Möglichkeit gibt, sich tiefer in die jeweilige Person hineinzufühlen und ihr handeln besser nachvollziehen zu können.

Mein Fazit:

Susan Elizabeth Phillips schafft es hier wieder einmal eine wunderschöne Liebesgeschichte, die nicht ganz alltäglich ist, mit viel Liebe und Wortwitz, aber auch ernsteren Themenansätzen (Pandas Posttraumatische Depression) zu erzählen. Der Roman lässt sich sehr gut lesen und hat mit seinen 512 Seiten genau den Umfang, den die Handlung braucht, um sich in einem angemessenen Tempo zu entwickeln. Besonders gut gefallen haben mir Lucys Verwandlung zu „Viper“ und die Dialoge zwischen ihr und Panda, die mich jedes mal haben lachen lassen. Ich würde diesen Roman besonders Lesefans der „Wynette-Texas-Reihe“ empfehlen, da viele Charaktere der früheren Romane darin auftauchen, aber auch jedem, der gerne Romane ließt, die sowohl eine Portion Liebe als auch eine Prise spitzzüngigen Humor beinhalten.

© Cover- und Zitatrechte liegen bei Blanvalet

 

 

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