„Die Sieben Schwestern“ von Lucinda Riley

Erschienen in: Goldmann, März 2015
Originaltitel (Englisch): The Seven Sisters 1 – Maia
Broschur: Hardcover mit Schutzumschlag, S. 544
ISBN: 978-3-442-31394-5
Preis: 19,99 € [D]
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Maia hat sich ein zurückgezogenes Leben auf der kleinen Insel, Atlantis, am Genfersee geschaffen. Sie denkt sie sei glücklich, bis zu dem Tag, an dem sie vom Tod ihres Adoptivvaters erfährt. Er hinterlässt ihr und ihren Schwestern die Erkenntnis, dass sie nicht wissen, wer dieser Mann eigentlich war und Hinweise auf ihre Herkunft. Auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit geht Maia als erste den Anhaltspunkten nach und fliegt nach Brasilien. Dort begegnet sie einer schweigsamen und unnachgiebigen Großmutter und dem charmanten Schriftsteller Floriano Quintelas. Ihre Suche offenbart die Geschichte des Christo, der mit seinen sanften Händen über Rio wacht, und die Geschichte ihrer Urgroßmutter, der einst schönsten Frau Brasiliens.

Lucinda Riley wurde mit ihrem Roman „Das Orchideenhaus“ bekannt und ist eine der bekanntesten Autorinnen im Bereich Frauenunterhaltung. Weitere Romane sind „Der Lavendelgarten“ oder „Der Engelsbaum“, der kürzlich im Taschenbuch erschienen ist. Alle Romane lassen sich unter dem Subgenre der Familiensaga zusammenfassen.
Die Reihe „Die Sieben Schwestern“ erzählt die Geschichte der sechs Schwestern, die alle als Kleinkinder adoptiert und nach den Plejaden benannt wurden. Eine siebte Schwester brachte der Vater nie auf die Insel „Atlantis“. Jede Schwester besitzt nach ihrem antiken Vorbild eine eigene Persönlichkeit und Berufung, was in dem angefügten Personenverzeichnis aufgezeigt wird. Der erste Band erzählt vom Tod des Vaters und die Geschichte der ersten Schwester Maia.

Die Protagonistin Maia ist mit ihrem abgeschiedenen Leben als Übersetzerin sehr zufrieden. Doch als ihr Vater stirbt sieht sie sich unweigerlich mit der Frage nach ihrer Herkunft konfrontiert. Sie beginnt ihr bisheriges Leben infrage zu stellen, doch fehlt ihr zunächst der Mut den Hinweisen nachzugehen. Maia, die älteste, erscheint oft introvertiert und hält sich mit ihrer Meinung zurück. Konflikten geht sie lieber aus dem Weg und sie schätzt die Einsamkeit ihres Zuhauses. Erst zum Schluss fast sie den Mut, ihr Leben zu ändern. Mit den Briefen ihrer Urgroßmutter wird eine neue Perspektive eingeführt. An dieser Stelle wird nun die Geschichte der Urgroßmutter erzählt, die vor ihrer Hochzeit nach Paris reist und sich dort in einen Künstler verliebt. Obwohl sich Maias Urgroßmutter gerne als emanzipierte junge Frau darstellt, wirkt sie manches Mal wie eine verwöhnte Tochter. Besonders im Umgang mit ihrer besten Freundin, während ihres ersten Aufenthalts in Paris, zeigt sie wenig Interesse und Einfühlungsvermögen für deren Belange. Generell erscheint die Schilderung dieses Aufenthalts überflüssig für die Geschichte. Dieser Teil nimmt fast die Hälfte des Romans ein, bis die Geschichte wieder zu Maias Perspektive wechselt. Diese lernt in der Zeit in Rio, sich selbst und anderen zu vertrauen. Nur langsam kommen sie und Florian sich und dem Geheimnissen ihrer Familie näher. Schließlich folgt ein weiterer Abschnitt aus der Perspektive der Urgroßmutter. Nachdem Maia die Geschichte kennt, wird sie schließlich von ihrer Großmutter empfangen und erfährt nun die Hintergründe ihrer Adoption. Der plötzliche Gesinnungswandel der Großmutter wirkt an dieser Stelle etwas gewollt, aufgrund ihres abweisenden Verhaltens zuvor.

Der Roman ist leicht lesbar und ansprechend geschrieben. Jede Schwester hat nach ihrem antiken Vorbild eine eigene Persönlichkeit und Berufung. Die Geschichte der Urgroßmutter um 1920 in Rio und dem Paris der Boheme-Szene, versucht die gesellschaftlichen Bewegungen einzufangen. An manchen Stellen erscheint diese Darstellung jedoch zu oberflächlich und zu kurz an manchen wiederum zu lang. Zudem nimmt sie einen Großteil der Erzählung ein; obwohl es sich um Maias Geschichte handeln sollte. Zudem birgt Maias Suche nach weiteren Hinweisen wenig Spannung und ihre Entwicklung ist voraussehbar.

Mein Fazit: Maias Geschichte beginnt spannend, verliert jedoch nach der Hälfte ihren Sog. Dennoch ist die Geschichte stellenweise interessant und leicht lesbar. Das Geheimnis, um die Herkunft des Vaters, wird sich wohl durch alle Bände der Reihe ziehen und den wahren Reiz der Reihe darstellen. Der Roman bietet kurzweilige Unterhaltung und für Liebhaber von Lucinda Riley und Lesern von Familiensagen ist er eine gute Wahl. Allen anderen die gerne mal reinschnuppern möchten, würde ich empfehlen das Buch erst im Taschenbuch zu kaufen.

© Cover- und Zitatrechte liegen bei Goldmann

 

 

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