„Wohin du auch gehst – Bad Romeo and Broken Juliet“ von Leisa Rayven

IMG_4089Erschienen bei: S. Fischer Verlag, Juli 2015
Originatitel (Englisch): Bad Romeo
Ausführung: Paperback, S. 496
ISBN: 978-3-596-03322-5

Des öfteren hört man von kritische Stimmen im NA-Genre. Besonders Blogger, die viele Titel aus diesem Genre lesen, beklagen die Einfallslosigkeit und Klischeehaftigkeit vieler Titel.

Ein solcher Titel, der Bereits 2015 erschien, ist „Wohin du auch gehst – Bad Romeo & Broken Juliet“ von Leisa Rayven. Wie der Titel bereits verrät, will der Text an die tragische und weltweit berühmte Liebesgeschichte von Romeo und Julia anknüpfen. Gleichzeitig versucht der Text den Trend der After-Reihe fortzuführen und setzt auf ähnliche Strukturen.

Ethan und Cassandra gelten in der Welt des Schauspiels als Traumpaar. Doch Cassandra versucht seit Jahren vergeblich von Ethan Abstand zu gewinnen, nachdem ihre Beziehung nach einem bestimmten Vorfall scheiterte. Dann treffen sich die Beiden auf der Bühne wieder und erneut müssen sie das Traumpaar spielen. Sowohl auf der Bühne als auch hinter den Kulissen funkt es heftig zwischen den Beiden. Doch Cassandra kann die Vergangenheit und die zugefügten Schmerzen noch nicht vergessen.

Leider scheitert der Text an seinen großen Ambitionen. Oder könnte es am Genre liegen? Das Genre befasst sich mit Jungen Erwachsenen, die meist nach der High School, dem Abi die ersten Schritte Richtung Berufsleben gehen und sich mit Ihrer Zukunft und auch erwachsenen Beziehungen auseinandersetzen müssen. Viele Romane nehmen dafür recht unbedarfte, naive und jungfräuliche Heldinnen, um im Nachhinein deren Entwicklung stärker hervorzuheben.

Dies könnte zumindest einer der Gründe sein, weshalb sich die Autorin gezwungen sieht Cassandra zu veranlassen sich aufzuführen, wie eine hormongesteuerte Dreizehnjährige und Seitenweise nur von Ethans bestem Stück schwärmen zu lassen. Cassandra ist wohlgemerkt in den Rückblenden auf ihre Ausbildung als Schauspielerin bereits Anfang 20 und später eine erwachsene Frau. Ihre Triebhaftigkeit macht sie regelrecht willenlos, – hauptsache er schläft mit ihr -, sodass erst ein wirklich ernster Vorfall sie dazu bringt auf Abstand zu gehen. Ihre darauffolgende Angst vor Ethan ist wiederrum so übertrieben, dass man sich nicht nur fragt, was nun vorgefallen ist – diese Frage wird im ersten Band nie beantwortet -, sondern auch ob die Hauptfigur nicht besser einen Psychologen aufsuchen sollte.

Ethan hingegen its der absolute Bad Boy, der Cassandra dominiert und schamlos ausnutzt. Er bestätigt fast jedes Klischee, wobei besonders sein Verhalten während ihrer gemeinsamen Ausbildung äußerst grausam ist. Später entwickelt er sich hingegen eher zum Stalker, der mit Hundeblick versucht alles wieder gut zu machen, ohne auf Cassandras Trauma wirklich einzugehen.

Fazit:

Dieser Roman ist meines Erachtens leider nicht zu empfehlen. Selten hat mich eine Geschichte derart enttäsucht. Ist dies nun wirklich die Regel im Genre New Adult? Dass es auch anders geht, beweist die Autorin Amy Harmon. Sie hat bereits mehrere Titel im Label INK  von Bastei Lübbe veröffentlicht, darunter Beispielsweise „Vor uns das Leben“, „Unendlich Wir“ oder „Für immer Blue“.  Auch ein zuletzt gelesener Roman einer jungen französischen Autorin begeisterte mich. „Viens, On s’aime“ von Morgane Moncomble erzählt die Geschichte zweier unglaublich liebenswerter Protagonisten.

© Cover- und Zitatrechte liegen bei S.Fischer

„Vater Himmel, Mutter Erde“ von Sue Harrison

Vater Himmel Mutter ErdeErschienen bei: Bastei Lübbe, 1995
Originatitel (Father Sky, Mother Earth):
Ausführung: Taschenbuch, S. 396
ISBN: 978-3404122875


Von einem auf den anderen Tag verändert sich Chagaks Leben schlagartig. In einem Moment bekommt sie einen neuen suk, einen Parka ohne Kapuze mit hochgestelltem Kragen aus Vogelhäuten, der ihr das Gefühl gibt, endlich eine Frau zu sein und sieht einer möglichen Heirat entgegen. Im nächsten Moment verliert sie alles, was ihr wichtig ist.

Mit ihrem Roman „Vater Himmel, Mutter Erde“ hat Sue Harrison ein Werk erschaffen, das den Leser in die Zeit 7000 v. Chr. zurückversetzt. Neun Jahre hat sie für den Erstling einer Trilogie recherchiert und die Sprachen der amerikanischen Ureinwohner (aleutisch) studiert.

Nochmals zur Handlung: Die 13-jährige Chagak lebt mit ihrer Familie und ihrem kleinen Stamm auf einer der unwirtschaftlichen Inseln vor Alaska. Ihr Leben ist geprägt von Legenden, Kriegerstämmen, rohen Sitten, Mythen und Magie. Sie glauben an Geister und beten zum Berg Aka. Eines Tages als Chagak mit Erlaubnis ihrer Mutter das Dorf verlässt, um Beeren zu sammeln, muss sie bei ihrer Rückkehr mit ansehen, wie ihr gesamtes Dorf bei einem Massaker durch Eindringlinge ausgelöscht wird. Nachdem sie ihren ersten Schock und die Trauer überwunden hat, beerdigt sie die Toten nach Brauch ihres Stammes und macht sich mit ihrem ik, einem offenen Boot aus Häuten, auf zur Insel des Volks ihres Großvaters, den Walfängern. Auf dieser Reise lernt sie Shuganan, einen alten einsamen Mann kennen, mit dem sie sich anfreundet und der ihr Schutz gewähren möchte. Doch das Leben ist hart und ein ständiger Überlebenskampf. Bevor Chagak ihr Glück findet, muss sie eine Reihe von weiteren Schicksalsschlägen erleben.

Der Roman ist in drei Teilen aufgebaut. Zu Beginn findet sich ein einseitiger Prolog aus Shuganans Perspektive. Darauf folgen Teil 1 und Teil 2, die zum einen im Sommer 7056 v. Chr. und im Frühling 7055 v. Chr. spielen, also inhaltlich etwas über ein halbes Jahr umfassen. Die Handlung in beiden Teilen wird aus der personalen Erzählperspektive erzählt und wechselt zwischen den Charakteren. Hauptsächlich wird aus Chagaks Perspektive erzählt, doch finden sich auch Kapitel aus Shuganan Sicht. Diese stilistische Vorgehensweise der Autorin lässt den Leser die verschiedenen Perspektiven erleben, was zur Folge hat, dass man das Gefühl bekommt, direkt am Geschehen teilzuhaben und die Figuren vor dem inneren Auge lebendig werden. Eine Karte mit Ausschnitt des Pazifischen Ozeans verbildlicht Chagaks langen Weg zum Stamm ihres Großvaters. Das Glossar der Begriffe in Eingeborenensprache am Ende des Romans erklärt diese genauer und macht diese verständlicher.

Sprachlich bedient sich die Autorin einer einfachen, manchmal sogar kindlich wirkenden Sprache, die sich leicht und flüssig lesen lässt. Dies mildert jedoch nicht die Qualität des Romans, sondern führt eher dazu, dass man von der Handlung gefesselt ist und das Buch nach begonnener Lektüre nicht mehr zur Seite legen möchte. Daneben wird der Leser durch die Handlung selbst gefesselt. Die realitätsnahen Beschreibungen von Meer, Wasser und unbeschönigten Kampf- oder Jagdszenen lassen ihn in eine ihm bisher unbekannte raue Welt eintauchen. Besonders mitreißend: die Charakterentwicklung Chagaks. Von einem jungen etwas naiven Mädchen entwickelt sie sich während des Romans zu einer Mutter und Jägerin, die damit die bestehenden strengen Geschlechterrollen infrage stellt.

Mein Fazit:

„Vater Himmel, Mutter Erde“ von Sue Harrison ist ein packender Roman über das Schicksal einer jungen Frau, die sich nach schweren Schicksalsschlägen ihren Platz im Leben erkämpft und findet. Das Genre war mit persönlich bisher nicht bekannt und hat mich umso mehr positiv überrascht und begeistert. Die Sprache und Handlung ist sicher nicht jedermanns Geschmack, doch ist dieser Roman eine hervorragende Möglichkeit in eine prähistorische Zeit einzutauchen und Interessantes über das Leben und die Bräuche einer so alten Kultur zu lernen.

© Cover- und Zitatrechte liegen bei Bastei Lübbe

Dieses Buch bleibt im Regal #3

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Eine Aktion von Damaris liest

Wir haben heute den 15. Mai und das heißt: Wir stellen euch im Rahmen der Aktion „Dieses Buch bleibt im Regal“ von Damaris liest ein weiteres Herzensbuch vor.

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„Schneeweiß und Russenrot“ von Dorota Masłowska

Erschienen bei: Kiepenheuer&Witsch, März 2004Schneeweiß und Russenrot
Originatitel (Polnisch): Wojna polsko-ruska pod flagą biało czerwoną
Ausführung: Taschenbuch, S. 240
ISBN: 978-3-462-03376-2
Preis: 7,95 € [D]

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An nur einem Tag habe die erst achtzehnjährige Dorota Masłowska ihren ersten Roman 2004 neben ihren Abiturvorbereitungen runter geschrieben. Und das Debüt hat es in sich. „„Schneeweiß und Russenrot“ von Dorota Masłowska“ weiterlesen

Dieses Buch bleibt im Regal #2

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Eine Aktion von Damaris liest

Einmal im Monat am 15. stellen wir euch im Rahmen der Aktion „Dieses Buch bleibt im Regal“ von Damaris liest unsere Herzensbücher vor, die wir weiter in unseren Regalen behalten werden. Im letzten und unserem ersten Beitrag zur Aktion ging es um das Herzensbuch aller Herzensbücher, Harry Potter. Heute darf es jedoch dreht es sich um ein ebenfalls älteres  und wahrscheinlich unbekannteres Buch, welches schon viele Jahre in meinem Regal steht. „Dieses Buch bleibt im Regal #2“ weiterlesen

Dieses Buch bleibt im Regal

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Eine Aktion von Damaris liest

Nach Jahren des Büchersammelns wird es irgendwann wohl einem jeden Bücherwurm bewusst. Manche Bücher können nicht für immer bleiben. So erging es uns nach unsere Umzügen. Einige Bücher mussten unser Zuhause verlassen, viele andere durften jedoch bleiben. Um diese Bücher dreht sich die Aktion von Damaris liest. Einmal im Monat kann jeder der möchte unter dem Titel der Aktion „Dieses Buch bleibt im Regal“ die Schätze vorstellen und empfehlen, die bleiben dürfen. „Dieses Buch bleibt im Regal“ weiterlesen

„Die Wölfe von Mercy Falls“ Reihe von Maggie Stiefvater

DSC01214Erschienen bei: Scholastic 2011
Ausführung: Paperback
ISBN: 978-0-5453-2686-5
Preis: ca. 42,- € [D]

 

 

„I fell for her in summer, my lovely summer girl.
From summer she is made, my lovely summer girl.
I’d love to spend a winter with my lovely summer girl
But I’m never warm enough dor my lovely summer girl.”

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„Debütantinnen“ von Kathleen Tessaro

Debütantinnen

Erschienen bei: Goldmann, Dezember 2010
Originatitel (Englisch): The Debutante
Ausführung: Taschenbuch, S. 384
ISBN: 978-3-442-54291-8
Preis: 7,99 € [D]

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Cate, eine junge Kunsthistorikerin, findet einen versteckten Schuhkarton mit rätselhaftem Inhalt: Tanzschuhe aus den 1930ern, ein Foto eines jungen Seglers, eine Ballkarte, eine Brosche und ein Tiffany Armband. Was hat es mit diesen Gegenständen auf sich? Warum waren sie versteckt? Welche Geschichte steckt dahinter? Genau das möchte Cate wissen und beginnt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. „„Debütantinnen“ von Kathleen Tessaro“ weiterlesen

Bullet Journaling – Eine kreative Art zu Planen

Für mich stellt sich jedes Jahr von Neuem die Frage: Welchen Kalender möchte ich im kommenden Jahr haben? Wochenansicht oder Tagesansicht? Einen in DinA5 oder DinA6? Verziert oder schlicht? Und nach langem Suchen habe ich immer festgestellt, dass mir in dem einen Kalender dies in dem anderen das gefällt, aber keiner meinen Idealvorstellungen und Ansprüchen entspricht, was leider oftmals zur Folge hatte, dass beispielsweise in den Semesterferien Seiten fast komplett frei und ungenutzt waren, da einfach nicht viel anstand.

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„Worte in meiner Hand“ von Guinevere Glasfurd

DSC01238Erschienen bei: Ullstein Verlag, August 2015
Originatitel (Englisch): The Words in my Hand
Ausführung: Gebunden, S. 432
ISBN: 978-3-4713-5123-9
Preis: 18.00 € [D]

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„Die Wörter waren da. Sie waren in meinem Kopf und in meiner Hand, ein Teil meiner selbst.“

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